Es klang fast zu gut, um wahr zu sein: das Land hatte sich bereit erklärt, den Bau der Filsbrücke für den Radschnellweg (RSW) vorzuziehen, um Plochingen den bis zu 1,2 Mio. Euro teuren Bau einer Interimsbrücke zu ersparen. Diese wäre ansonsten die Voraussetzung für die Sanierung und Hochwasser-Ertüchtigung der inzwischen völlig maroden bestehenden Brücke gewesen.

Das clevere Konzept überzeugte im vergangenen Jahr eine deutliche Mehrheit im Gemeinderat, darunter im Übrigen auch sechs der acht CDU-Rät:innen.

In der extra einberufenen Sondersitzung des Gemeinderats am 29. Juni stimmten allerdings alle anwesenden CDU-Räte gegen das Konzept, indem sie die Vergabe des Auftrags für den Brückenbau blockierten, gemeinsam mit den Fraktionen der ULP und der Bürgerliste.

Der Zweck der Verweigerung: dem Land mal so richtig zu zeigen, wie sauer man ist, dass es bisher nicht bereit war, sich definitiv auf eine Führung der RSW-Trasse entlang der B10 festzulegen.

Das Dumme dabei: Plochingen kann das Land nicht zu Verhandlungen auf Augenhöhe zwingen. Ein RSW ist eine Landesstraße, für die das Land auch die alleinige Planungshoheit hat. Wir sind letztlich auf das Wohlwollen und Entgegenkommen des Landes bei der Trassenführung angewiesen.

Auf unsere Frage, welchen konkreten Nutzen für Plochingen CDU, ULP und Bürgerliste als Gegenwert für die verlorene Million erwarten, blieb unbeantwortet.