Durch die Veröffentlichung der neuen Hochwasserkartierung des Landes haben sich die Rahmenbedingungen für die geplante Entwicklung des Filsgebiets verschlechtert.
Aufgrund der andauernden Erderhitzung liegt die Linie für ein durchschnittliches Jahrhundert-Hochwasser (HQ 100) jetzt höher als zuvor. Das bedeutet zum einen, dass Straßen und zukünftig errichtete Gebäude angehoben werden müssen. Da diese Maßnahmen zu einer weiteren Verdrängung von Filswasser führen werden, müssen gleichzeitig „Retentionsflächen“ geschaffen werden, auf denen sich das Hochwasser zukünftig schadlos ausbreiten kann.
Die Vermarktung von Gewerbeflächen wird dadurch anspruchsvoller. Zukünftige Eigentümer müssen das höhere Risiko akzeptieren und sich auch auf höhere Versicherungsprämien einstellen.
Damit stellt sich die Frage, ob die Gewerbegrundstücke dennoch so vermarktet werden können, dass sich für die Stadt zumindest auf längere Sicht ein Nettogewinn im Saldo von Ausgaben und Einnahmen ergibt. Eine Studie (die allerdings leider im selben Haus erstellt wurde, das auch für die Projektsteuerung verantwortlich zeichnet) geht davon aus, dass dem so ist.
Wir sind skeptischer und haben deshalb dafür gestimmt, vorsichtiger als geplant vorzugehen und nur den Bereich nördlich der Fils zu entwickeln. Dort müssen im geringeren Umfang Grundstücke zunächst erworben werden, auf denen wir dann u.U. sitzen bleiben. Zudem signalisieren die Anlieger südlich der Fils immer wieder, dass sie die Dinge möglichst so belassen wollen, wie sie sind.
Eine Mehrheit aus CDU und SPD stimmte dennoch dafür, an der Entwicklung des gesamten Gebiets festzuhalten.
