Bereits im Juli 2021 hatten wir die Schaffung der Stelle einer/s Klimaschutzmanager:in beantragt. Sie/Er sollte durch Erfassung der kommunalen Emissionen eine CO2-Ausgangsbilanz erstellen und dann einen Pfad aufzeigen, wie die kommunalen Liegenschaften und der kommunale Fuhrpark Schritt für Schritt klimaneutral gemacht werden können.
Genau das soll jetzt passieren. Die Klimaschutzbeauftragte Christine Brachthäuser legte erste Zahlen vor, die zeigen, wie anspruchsvoll der Weg zur Klimaneutralität sein wird. So gingen die Treibhausgas-Emissionen im Zeitraum 2016-2023 um gerade einmal 7,4 Prozent zurück. Damit blieb Plochingen unterhalb des Bundestrends (–11%), der seinerseits nicht ausreichen wird, um das für das Jahr 2030 für Gesamtdeutschland vorgegebene Zwischenziel (–65% gegenüber 1990) zu erreichen. Brachthäuser formulierte ihr Fazit so: „In Plochingen ist noch keine eigenständige Transformationsdynamik zu erkennen“.
Während CO2-Einsparungen bisher v.a. Folge ohnehin anstehender Sanierungen waren, werden wir die Reihenfolge jetzt z.T. umkehren müssen. Das von der Landesregierung vorgegebene Ziel der Klimaneutralität bis 2040 wird Generalsanierungen für eine bessere Gebäudedämmung, Investitionen in den Ausbau des Fernwärmenetzes (auf Basis von grünem Wasserstoff), den Aufbau von Nahwärmenetzen oder die Installation von Wärmepumpen erzwingen, die ohne das gesetzlich vorgegebene Ziel später (oder nie) getätigt worden wären.
Der Aufholprozess ist umso wichtiger, weil die Stadtverwaltung gesetzlich dazu verpflichtet ist, im Bereich der Klimatransformation eine Vorbildrolle zu übernehmen.
