Wenn Sie diese Zeilen lesen, ist eine wichtige Vorentscheidung des Gemeinderats bereits gefallen: Müssen die Planungsbüros, die sich Gedanken über die Zukunft des „Multimodalen Verkehrsknotens“ Bahnhof/ZOB machen sollen, den zweispurigen Ausbau Eisenbahnstraße zwischen Bahnhofstraße und Kino-Kreisel als unumstößlich voraussetzen, obwohl dadurch das Verkehrsaufkommen vor dem Bahnhof um weit über 50 Prozent zunimmt? Oder dürfen sie alternativ auch auf Basis der aktuellen Verkehrsführung planen und dann eine begründete Empfehlung für die eine oder andere Variante abgeben?
Von den Planungsbüros wird bisher erwartet, dass sie für uns zaubern: Sie sollen bessere Verknüpfungen zwischen den Verkehrsträgern des Umweltverbunds (ÖPNV, Radverkehr, Fußgänger:innen) und sicherere Schulwege von Bahnhof und ZOB zum Unteren Schulzentrum schaffen, obwohl durch die Zweispurigkeit der östlichen Eisenbahnstraße zukünftig deutlich mehr Kfz über den Bahnhofsplatz fahren würden als heute.
Zudem ließe sich die Zweispurigkeit nur realisieren, wenn der Schutzstreifen für den Radverkehr ebenso beseitigt würde wie die Bäume auf Höhe des Gebäudes mit der Hausnummer 39.
Für die Stadtverwaltung und die Fraktionen von CDU und SPD hat eine Entlastung der Anwohner:innen der westlichen Esslinger Straße offensichtlich absolute städteplanerische Priorität. Diesem Ziel wird die Optimierung des multimodalen Verkehrsknotens Bahnhof/ZOB ebenso untergeordnet wie das Wohlergehen der Anwohner:innen der östlichen Eisenbahnstraße: diese müssten nämlich zukünftig zusätzlich zum Zugverkehr auch noch eine höhere Belastung durch PKW-Lärm hinnehmen.
