Bereits vor einem Jahr sollte die Radschnellweg(RSW)-Brücke über die Fils vergeben werden. Damals, wie vor wenigen Tagen, stimmten wir für die Vergabe. Die mehrheitliche Nicht-Vergabe bringt dagegen ausschließlich Nachteile.

Besonders betrifft dies den städtischen Haushalt. Grund ist, dass die Verwaltung einen sinnvollen Kompromiss ausgehandelt hatte. Danach erklärte das Land sich bereit, den Bau der RSW-Brücke vorzuziehen, damit die Stadt sich den Bau einer Interimsbrücke für ca. 1 Mio € spart. Diese wäre erforderlich, um das Filsgebiet wie geplant zu sanieren.

Durch die Nicht-Vergabe drohen nicht nur Baukosten für die genannte Interimsbrücke, sondern auch Verfahrenskosten, um die Vereinbarung mit dem Land zu kündigen. Hinzu treten eventuelle Schadensersatzforderungen, Teilrückzahlungen von Fördermitteln und Neuplanungskosten für die Versorgungsinfrastruktur. Die Nicht-Vergabe bedeutet Kosten von mindestens 1,2 Mio. €.

Das sind unnötige Mehrkosten, weil die Stadt im Gegenzug nichts gewinnt. Da die Brücke in ihrer derzeitigen Planung für alle diskutierten RSW-Trassen benötigt wird, enthält ihr Bau keine Vorfestlegung. Auch benötigt das Land die Brücke zum jetzigen Zeitpunkt nicht, weshalb die Verzögerung ihres Baus kein Druckmittel ist, eine schnellere Entscheidung über die Trassenführung zu erzwingen. Der Brückenbau schmälert folglich nicht die Chancen, die städtische Vorzugstrasse durchzusetzen.

Letztlich bleibt nur zu hoffen, dass diese unnötigen Mehrkosten bis zum Ende des Monats noch abgewendet werden können.