Es kam wie wir das befürchtet hatten: eine Mehrheit des Gemeinderats stellte sich hinter den Ausschreibungstext der Stadtverwaltung für den Wettbewerb zur Zukunft des Bahnhofsumfelds. Er gibt die Öffnung der Eisenbahnstraße zwischen der Bahnhofstraße und dem Kino-Kreisel für den Gegenverkehr als Rahmenbedingung vor, obwohl dadurch der Kfz-Verkehr vor dem Bahnhof von heute 7.800 auf 13.400 Fahrzeuge in 24 Stunden zunehmen würde, und obwohl diese Planung nur realistisch ist, wenn der Radweg und die Bäume gegenüber des Gebäudes Eisenbahnstraße 39 dafür beseitigt würden.

Das konterkariert das einvernehmliche Ziel, den Bahnhofsplatz zu einer „attraktiven multimodalen Verkehrsdrehscheibe“ umzugestalten, mit verbesserten Querungsmöglichkeiten für die Schüler:innen des Unteren Schulzentrum und einer „Erhöhung des Grünanteils“.

Eine Hoffnung verbleibt: Vielleicht kommt es in der einen oder anderen Fraktion doch noch zu einem Umdenken, wenn die Planungsergebnisse deutlich machen, dass man mehr Aufenthaltsqualität, eine Stärkung des Umweltverbunds aus Fußwegen, Radwegen und ÖPNV-Angeboten nicht erreichen kann, wenn man zunächst für mehr Kfz-Verkehr vor dem Bahnhof sorgt.

Erfreulich: Stadt erhält Zuschuss für Prüfung des Strombilanzkreis-Modells

Vielleicht erinnern Sie sich: Die OGL hatte beantragt zu prüfen, ob die Übernahme dieses Modells eine sinnvolle Maßnahme wäre. Die Stadt könnte dann selbst erzeugten mit verbrauchtem Strom verrechnen, ohne dafür die vollen Netzentgelte bezahlen zu müssen (die inzwischen ein gutes Viertel des Strompreises ausmachen). Das könnte sich als Booster für die kommunale Energiewende erweisen…